Mai 262015
 

It’s that time again: Every two years, the community (or the many communities) of the various Wikimedia projects select three members of the 10-member Board of Trustees of the Wikimedia Foundation. A privilege that is not used by too many Wikipedians and Wikimedians. In recent years there was a lot and sometimes quite justified criticism of the Foundation and the Board of Trustees. Of course you can carry on complaining and fancy youself as victim of evil forces, but you can also play a part in changing the composition and dynamics of the Board with the selection of suitable persons.

Why to vote is better than not to vote vote:

  1. More perspectives on the Board of Trustees for better decisions
    Diversity means most of all that in consideration of various options and their consequences as many perspectives as possible are to be considered. The Wikimedia Foundation and its Board of Trustees needs members from the community, because the community is what keeps our projects alive. The community is sensitive, vulnerable, self-confident and sometimes simultaneously jumpy and biased, but in the Board of Trustees by no means voiceless or without influence. Who is able to convey and express the community’s needs and suggestions — not for the sake of the respective individual interest but with the big picture in mind — has all possibilities to have this perspective included in decisions. This does not guarantee a majority, of course not, but it helps the entire Board and the Foundation office, to gain a better picture.
  2. The Community-election is not an alibi event
    Really. We do not only need Trustees from the community, we want them. They are the specialists in the area which is essential for the Foundation. We want and need other specialists also, if we can not get them from the community. That’s part of the diversity we are looking for. But who, if not the community itself, is best placed to determine suitable candidates from its own ranks. This only works in the way it should if you vote.
  3. Every vote counts!
    In fact eminently. Yes – No – abstention, for each candidate. Dirk Franke explains in his blog post ‚How to vote for the Wikimedia Foundation board – be negative‚ what that implies.

What should a potential board member from the community bring along? It should be a little more than only to be a valuable author. Experience in working in governance bodies – also outside of the Wikiverse, opinionated but willing to compromise, more interested in solutions than on problems – that would be my favorite cast.

This year 20 candidates run for election. 20 people who have not only presented themselves, but also respond to more than 30 questions from the community. A lot of reading, but worth it. And it’s about something important for the community.

Voting is open until next Sunday. This way, please!

 

 

Mai 262015
 

Es ist wieder so weit: Alle zwei Jahre wählt die Community (beziehungsweise die vielen Communities) der unterschiedlichen Wikimedia-Projekte drei Mitglieder des 10-köpfigen Kuratoriums der Wikimedia Foundation. Ein Privileg, das von zu vielen Wikipedianern und Wikimedianern nicht genutzt wird. In den vergangenen Jahren gab es viel und zum Teil durchaus gerechtfertigte Kritik an der Foundation und am Kuratorium. Man kann natürlich weiter meckern und sich als Opfer böser Mächte gefallen, man kann aber auch selbst daran mitwirken, dass sich mit der Wahl geeigneter Personen die Zusammensetzung und Dynamik des Kuratoriums ändert.

Warum wählen besser ist als nicht wählen:

  1. Mehr Perspektiven im Kuratorium für bessere Entscheidungen
    Vielfalt im Kuratorium bedeutet vor allem, dass in der Abwägung unterschiedlicher Optionen und derer Konsequenzen möglichst viele Perspektiven berücksichtigt werden. Die Wikimedia Foundation und deren Kuratorium braucht Mitglieder aus der Community, denn die Community ist es, was unsere Projekte am Leben hält. Die Community ist sensibel, verwundbar, selbstbewusst und manchmal gleichzeitig schreckhaft und voreingenommen, aber im Kuratorium keineswegs stimmlos oder ohne Einfluss. Wer die Bedürfnisse und Vorschläge der Community transportieren und darstellen kann und dabei nicht das jeweilige Einzelinteresse sondern das große Ganze im Blick hat, der hat alle Möglichkeiten, dies in die Entscheidungen einfließen zu lassen. Das sichert keine Mehrheit, natürlich nicht, aber es hilft dem gesamten Kuratorium und der Geschäftsstelle der Foundation, sich ein besseres Bild zu verschaffen.
  2. Die Community-Wahl ist keine Alibi-Veranstaltung
    Echt. Wir brauchen nicht nur Kuratoriums-Mitglieder aus der Community, wir wollen sie auch. Denn sie sind die Spezialisten in dem Feld, das für die Foundation wesentlich ist. Wir wollen und brauchen auch andere Spezialisten, wenn wir sie nicht aus der Community bekommen können. Auch das zählt zur Vielfalt, die wir suchen. Aber wer, wenn nicht die Community selbst, ist am besten in der Lage, geeignete Kandidaten aus den eigenen Reihen festzulegen. Das funktioniert aber nur dann wirklich, wenn ihr auch wählt.
  3. Jede Stimme zählt!
    Und zwar ganz besonders.  Ja – Nein – Enthaltung, und das bei jedem Kandidaten. Was das bedeutet, erläutert Dirk Franke in seinem Blogpost „How to vote for the Wikimedia Foundation board – be negativ„.

Was ein potentielles Kuratoriumsmitglied aus der Community mitbringen sollte? Möglichst etwas mehr als ausschließlich eine wertvolle Autorin oder ein wertvoller Autor zu sein. Erfahrung in Gremien – gerne auch außerhalb der Wikiversums, meinungsstark aber kompromissfähig, mehr an Lösungen als an Problemen interessiert  – das wäre meine Wunschbesetzung.

In diesem Jahr stellen 20 Kandidaten zur Wahl. 20 Personen, die sich nicht nur selbst vorgestellt haben, sondern auch auf über 30 Fragen aus der Community antworten. Viel zu lesen, aber es lohnt sich. Und es geht um was Wichtiges für die Community.

Bis zum kommenden Sonntag kann noch gewählt werden. Bitte hier entlang!

 

 

Feb 272014
 

Das war’s, hier kommt der Rest, Teil 5 von 5 mit Fragen zu meiner Vision für das Wikimedia-Universum.

(Ich möchte für eine weitere Amtszeit des Kuratoriums der Wikimedia Foundation kandidieren und brauche dazu die Unterstützung mindestens einer Wikimedia-Organisation. Das Präsidium von Wikimedia Deutschland bat mich zur Vorbereitung seiner Entscheidung um die Beantwortung von Fragen aus unterschiedlichen Themenkomplexen.)

Deine Vision für das Wikimedia Universum

Wie sähe ein Wikimedia-Organisationsmodell aus, das du zeichnen würdest, wenn du heute mit einem weißen Blatt Papier anfangen würdest?

Die jetzige Struktur hat sich aus sich selbst heraus entwickelt. Als 2004 Wikimedia Deutschland gegründet wurde, war ein Grund dafür ein nachvollziehbarer Gedanke: Den Spendern die Möglichkeit zu geben, ihre Spenden steuerlich absetzen zu können. Es folgten viele andere Organisation demselben Muster, auch wenn sie andere Zielrichtungen hatten, andere Bedarfen und andere Vorstellungen über das, was ihre Organisation eigentlich machen will und kann. Dennoch wurde lange auf immer die gleiche Organisationsform und Einbindung in das Wikiversum vertraut. Wird ein so enger Entwicklungsspielraum einer internationalen Organisation, deren Projekte von Freiwilligen geschaffen werden, überhaupt gerecht? Ich glaube nicht. Insofern begrüße ich, dass es seit 2012 auch für thematische Organisationen unabhängig von Landesgrenzen und für Benutzergruppen ohne formelle Organisation möglich ist, offiziell von der Wikimedia Foundation anerkannt zu werden und damit Rechte zu erhalten, die sie für ihre Arbeit brauchen. Ich glaube aber nicht, dass dieses Modell einer Organisationsstruktur bereits dasjenige ist, was unserem gemeinsamen Ziel, Freies Wissen zu sammeln und zu verbreiten in bester Weise dient, das Beste aus den Menschen und Organisationen in unserem Movement herausholt und ihnen dafür das Beste zurückgibt.

Was ich daher machen würde, wäre zunächst einmal, den Zeichenstift aus der Hand zu legen. Und dann würde ich viele Gespräche führen, mit meinen Kuraotiumskollegen, mit meinen Mitarbeitern in der Foundation, mit regionalen Organisationen und allen, die den Wunsch verspüren, Teil des Wikiversums zu sein. Sowas wie Chapters Dialogue (deshalb bin ich auch so neugierig auf die Ergebnisse). Und ich würde mir Analysten holen, die mir Zahlen beschaffen zu Geldflüssen, Effektivität und internationaler Abdeckung. Dazu Wissenschaftler und andere NGOs, mit denen ich unterschiedliche Organisationsmodelle und ihre Erfahrungen damit diskutieren würde. Soziologen, damit ich deren Erkenntnisse über Motivation von Ehrenamtlichen, speziell in unserem Projektumfeld, einbeziehen kann. Visionäre und Zukunftsforscher. Und sicher noch viele mehr. Und erst dann würde ich den Stift wieder in die Hand nehmen.

Wie sieht dein Idealbild des Wikimedia-Universums in 5 oder 10 Jahren aus?
  1. Es ist noch da – lebendig, sichtbar und vielfältig.
  2. Es ist ist flexibel, auf das Wohl der Wikimedia-Projekte ausgerichtet und von diesen geschätzt.
  3. Es weiß, an welchen Stellen es (vielleicht noch) einzigartig ist und an welchen Stellen es auf bewährte Rezepte von außerhalb des Wikiversums zurückgreifen kann.
  4. Es macht Spaß, sich darin zu engagieren.
  5. Es schätzt und vertraut auf alle Menschen, die darin werkeln, und ihren jeweiligen Beitrag.