Alice Wiegand

Apr 172016
 

Ein Kriterium (gr. κριτήριον, „Gerichtshof; Rechtssache; Richtmaß“) ist ein Merkmal, das bei einer Auswahl zwischen Personen oder Objekten (Gegenständen, Eigenschaften, Themen usw.) relevant für die Entscheidung ist. (Seite „Kriterium“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. November 2015, 15:14 UTC. URL:https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kriterium&oldid=148005116 (Abgerufen: 13. April 2016, 21:32 UTC))

These days the WMF chapters and thematic organizations are selecting two new Board members for the Board of Trustees. Frieda and Patricio are not running again, so definitely there will be a major change in the Board’s composition.

Unfortunately the selection process has become more and more like the Community selection since self nomination has been established. It leads to a slate of candidates which is quite exchangeable between both selections. The only difference is that eligible voters are our affiliates instead of individual community members. In my view chapters and thematic organization carelessly hand over a huge opportunity to influence the Board’s diversity and general composition by not nominating people from their networks. Why don’t they look out for people with extraordinary skills coming from GLAM partners, friendly movements, education or any other particular aspect of their activities? Why don’t they nominate at all?

As far as I know there is no consistent process how the heterogeneous affiliates come to their respective vote and I don’t know if the affiliates agreed on a set of common criteria as a basis for their vote. The selection of candidates for the Wikimedia Foundation Board of Trustees has enormous impact on the Board’s stability, its decisiveness, creativity and efficiency. The Board should be supporting and promoting change and improvement rather than a being a millstone around the Foundation’s neck. Even with best intentions there is a good chance to be the latter more than the former.

If I were in the situation to vote, these are 5 criteria I would check with my favorite candidates:

1. Be a teamplayer
Being a Board member means to deal with several issues at the same time. You can’t deal with them all in the same intensity and you need to be able to delegate. Which also means that you have to trust your delegates‘ recommendation. Accepting that the time your colleagues can spend on board issues is limited is a must, and you also have to accept that your own time and energy is restricted as well.

2. Don’t be a second ED
Though our role descriptions, especially the boundaries of each function, may not be defined perfectly, there is at least a common distinction which is determined by the day to day business. As a board member you can’t push individual projects or ideas, neither your own nor others. You have to accept the ED’s responsibility for operational decisions, including setting priorities and assigning work. You just can’t make promises you can’t keep without staff’s support.

3. Pack your ego away
Boards are usually composed of strong characters. Same here. The challenge is to get the most out of this range of opportunities without getting lost in personal competitions. The organization’s health and wellbeing is the priority. Remember that in the end we have to come to a result which is „the Board’s opinion“. In some cases you may not agree individually, but it is your task to support the decision even so.

4. Beware of not getting obsessed with detail
Board members with a community background tend to look at everything under the microscope, weigh any option and discuss all different opinions.  The Board needs to be mindful of the time it spends on process issues, operational details and tasks which are not theirs. Time spent on details is usually not only Board time but also staff time. And wasted time can’t be spent to dig into what really matters. Call it the big picture, strategy, or whatever you want. This is what the Board exists for. Details won’t bring you there.

5. Focus on our future
What we desperately need to talk about on the Board level are questions like „How can the Wikimedia Foundation best serve its mission?“, „How should the organization look like in 10 years?“, „What are our threats and how are we going to respond to them?“. We need to know what kind of organization the Wikimedia Foundation should be, only then the Board can guide and advise the ED. Looking back provides necessary learning, but our energy has to be concentrated on our future. Our mission is much more important than our internal issues.

Jan 242016
 

Schweigen ist eine Form der nonverbalen Kommunikation, bei der nicht gesprochen wird und bei der auch keine Laute erzeugt werden. (Seite „Schweigen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Januar 2016, 23:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schweigen&oldid=150101218 (Abgerufen: 24. Januar 2016, 08:16 UTC))

Nein, wir haben gerade keinen guten Lauf im Kuratorium der Wikimedia Foundation. Unsere letzten Entscheidungen sind für die Community überraschend und wenig nachvollziehbar. Unverständnis, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Wut machten sich breit und mündeten zuletzt in ein Misstrauensvotum.

Und das Kuratorium schweigt.

Was viele für einen weiteren Beweis dafür nehmen, dass sich die Wikimedia Foundation und insbesondere das Kuratorium komplett von der Community verabschiedet haben, ist aus meiner Sicht dem Zusammentreffen verschiedener Aspekte nicht angemessener Kommunikation geschuldet. Weder Absicht noch Desinteresse liegen dem zugrunde. Das macht es nicht wirklich besser, das ist klar.

Nehmen wir die Diskussion um die Ernennung von Arnnon Geshuri. Nach der Bekanntmachung, dass wir zum 1. Januar 2016 mit Kelly Battles und Arnnon Gehuri zwei weitere Amerikaner in das Kuratorium berufen, deren beruflicher Werdegang auch Unternehmen des Silicon Valley umfasst, wurde zunächst kritisiert, dass bei der Auswahl zu wenig Gewicht auf Vielfalt gelegt wurde. Sehr bald brachte ein Communitymitglied Arnnons Beteiligung bei den Absprachen großer Tech-Unternehmen wie Google, Apple und Intel gegen die Abwerbung von Beschäftigten in die Diskussion.

Und zack – auf kaltem Fuß erwischt.

Während die Community auf der Mailingliste schnell zu Urteilen kam, musste sich das Kuratorium zunächst mit der Situation an sich auseinandersetzen. Welche Fakten liegen uns vor, was sagt Arnnon dazu, warum wurde das Thema bei der Auswahl der Kandidaten nicht berücksichtigt? Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn das Auswahlkomitee das gewusst hätte? Hätten wir während dieser Zeit zumindest eine kurze Mail absetzen können, in dem wir mitteilen, dass wir die Diskussion verfolgen, uns mit der Angelegenheit beschäftigen aber noch etwas Zeit brauchen, bis wir uns dazu äußern? Ja, das hätten wir tun können und auch sollen.

Wenn ich in schwierigen Situationen das Wirrwarr meiner Gedanken ordnen und zu einer Entscheidung führen muss und nicht weiterkomme, laufe ich eine Runde durch den Wald, lege mich in die Badewanne oder höre ausgiebig laute Musik. In komplexen Fällen kommen alle drei Maßnahmen der Reihe nach zum Zuge. In einem Gremium, in dem die Mitglieder zudem noch räumlich über mehrere Zeitzonen und etliche Sprachgrenzen voneinander getrennt sind, funktioniert das leider nicht. Und plötzlich steckt man in einem Vakuum, in dem völlig unklar ist, ob man sich als Gremium äußert, mit welchem Schwerpunkt man das tut, ob es sich um eine kurze und knappe Mitteilung oder doch mehr um eine ausführliche Betrachtung handeln soll. Hätten wir während dieser Phase zumindest eine kurze Mail absetzen können? Ja. Hat aber niemand.

Das Schweigen verfestigt und verselbstständigt sich mit jedem weiteren Tag. Es lähmt, es verunsichert und es schadet. Nicht nur dem Kuratorium und der Organisation dahinter, sondern auch der Diskussionskultur schlechthin. Doch es ist schwierig. Das Verfolgen der Diskussionen an verschiedenen Orten frisst nicht nur Zeit sondern auch Lust. Mit jeder Mail und jedem Beitrag setzt man sich erneut der öffentlichen Empörung, der Diskussion um die Person mehr als um die Sache und weiteren Nachfragen in einem teilweise sehr irritierenden investigativen Stil aus. Muss man das nicht aushalten als Kuratoriumsmitglied? Nein, meine Vorstellung von respektvollem Umgang ist eine andere und ich halte eine solche Erwartungshaltung für realitätsfremd.

Vieles an der laufenden Diskussion gefällt mir nicht. Sie zeigt aber deutlich, wie sensibel die Community auf unsere Entscheidungen reagiert, wie sehr sie befürchtet, dass entscheidende Veränderungen ohne ihr Zutun durchgesetzt werden und wie groß der Vertrauensverlust in das Gremium als solches geworden ist. Manches fußt auf falschen Vorstellungen über Art und Umfang der Entscheidungen des Kuratoriums. Was erneut zeigt, dass wir es noch immer nicht geschafft haben, unser Selbstverständnis als Kuratorium, unsere Aufgaben und unsere Vorstellungen klar zu kommunizieren.

Und was jetzt?

In der Diskussion um Arnnons Ernennung bereiten wir ein Statement vor und Arnnon wird sich auch persönlich einbringen. Vor allem aber müssen wir aus dem Mustopf raus, weg von der Nabelschau hin zu den eigentlichen Fragen rund um freies Wissen. Als Kuratorium müssen wir uns fragen, warum wir uns nur selten in grundsätzliche Diskussionen einbringen, an welcher Stelle unser Input etwas bewirken kann und soll und auch, wie wir gemeinsam mit der Community ein Miteinander schaffen können, in dem wir voneinander profitieren und uns auch über kontroverse Themen zivilisiert austauschen können.

Ich nehme das sehr ernst und es ist weiter mein Ziel, ein Stück dazu beizutragen. Und ich weiß, dass, während ich meine Freizeit in Hangouts, auf Mailinglisten und in Telefonaten verbringe, anderswo weiter Artikel für die Wikipedia geschrieben und verbessert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar überwiegend von Menschen, die sich noch nicht einmal dafür interessieren, ob es ein Kuratorium der Wikimedia Foundation gibt oder nicht.

Jul 082015
 

Although we are a community where sharing is key for what we do and what we want to achieve, we sometimes struggle upon our best intentions. Board work is an area where the nature of discussions is often confidential, sometimes personal or just happening among a small group of Board members. That makes it hard to let anyone outside know what is happening inside that obscure bubble. And there certainly is some risk that the reserve to tell too much results in a concrete or perceived lack of information over all. I’ve experienced that dilemma in several committees I’ve worked on and of course it is also true for the WMF Board of Trustees.

So I’m trying to find a balance, write a short blog post once or twice a month, talk about my personal thoughts and make the bubble less opaque. I’m just starting and I don’t know where it leads me. Stay curious. So do I.