Jan 242016
 

Schweigen ist eine Form der nonverbalen Kommunikation, bei der nicht gesprochen wird und bei der auch keine Laute erzeugt werden. (Seite „Schweigen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Januar 2016, 23:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schweigen&oldid=150101218 (Abgerufen: 24. Januar 2016, 08:16 UTC))

Nein, wir haben gerade keinen guten Lauf im Kuratorium der Wikimedia Foundation. Unsere letzten Entscheidungen sind für die Community überraschend und wenig nachvollziehbar. Unverständnis, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Wut machten sich breit und mündeten zuletzt in ein Misstrauensvotum.

Und das Kuratorium schweigt.

Was viele für einen weiteren Beweis dafür nehmen, dass sich die Wikimedia Foundation und insbesondere das Kuratorium komplett von der Community verabschiedet haben, ist aus meiner Sicht dem Zusammentreffen verschiedener Aspekte nicht angemessener Kommunikation geschuldet. Weder Absicht noch Desinteresse liegen dem zugrunde. Das macht es nicht wirklich besser, das ist klar.

Nehmen wir die Diskussion um die Ernennung von Arnnon Geshuri. Nach der Bekanntmachung, dass wir zum 1. Januar 2016 mit Kelly Battles und Arnnon Gehuri zwei weitere Amerikaner in das Kuratorium berufen, deren beruflicher Werdegang auch Unternehmen des Silicon Valley umfasst, wurde zunächst kritisiert, dass bei der Auswahl zu wenig Gewicht auf Vielfalt gelegt wurde. Sehr bald brachte ein Communitymitglied Arnnons Beteiligung bei den Absprachen großer Tech-Unternehmen wie Google, Apple und Intel gegen die Abwerbung von Beschäftigten in die Diskussion.

Und zack – auf kaltem Fuß erwischt.

Während die Community auf der Mailingliste schnell zu Urteilen kam, musste sich das Kuratorium zunächst mit der Situation an sich auseinandersetzen. Welche Fakten liegen uns vor, was sagt Arnnon dazu, warum wurde das Thema bei der Auswahl der Kandidaten nicht berücksichtigt? Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn das Auswahlkomitee das gewusst hätte? Hätten wir während dieser Zeit zumindest eine kurze Mail absetzen können, in dem wir mitteilen, dass wir die Diskussion verfolgen, uns mit der Angelegenheit beschäftigen aber noch etwas Zeit brauchen, bis wir uns dazu äußern? Ja, das hätten wir tun können und auch sollen.

Wenn ich in schwierigen Situationen das Wirrwarr meiner Gedanken ordnen und zu einer Entscheidung führen muss und nicht weiterkomme, laufe ich eine Runde durch den Wald, lege mich in die Badewanne oder höre ausgiebig laute Musik. In komplexen Fällen kommen alle drei Maßnahmen der Reihe nach zum Zuge. In einem Gremium, in dem die Mitglieder zudem noch räumlich über mehrere Zeitzonen und etliche Sprachgrenzen voneinander getrennt sind, funktioniert das leider nicht. Und plötzlich steckt man in einem Vakuum, in dem völlig unklar ist, ob man sich als Gremium äußert, mit welchem Schwerpunkt man das tut, ob es sich um eine kurze und knappe Mitteilung oder doch mehr um eine ausführliche Betrachtung handeln soll. Hätten wir während dieser Phase zumindest eine kurze Mail absetzen können? Ja. Hat aber niemand.

Das Schweigen verfestigt und verselbstständigt sich mit jedem weiteren Tag. Es lähmt, es verunsichert und es schadet. Nicht nur dem Kuratorium und der Organisation dahinter, sondern auch der Diskussionskultur schlechthin. Doch es ist schwierig. Das Verfolgen der Diskussionen an verschiedenen Orten frisst nicht nur Zeit sondern auch Lust. Mit jeder Mail und jedem Beitrag setzt man sich erneut der öffentlichen Empörung, der Diskussion um die Person mehr als um die Sache und weiteren Nachfragen in einem teilweise sehr irritierenden investigativen Stil aus. Muss man das nicht aushalten als Kuratoriumsmitglied? Nein, meine Vorstellung von respektvollem Umgang ist eine andere und ich halte eine solche Erwartungshaltung für realitätsfremd.

Vieles an der laufenden Diskussion gefällt mir nicht. Sie zeigt aber deutlich, wie sensibel die Community auf unsere Entscheidungen reagiert, wie sehr sie befürchtet, dass entscheidende Veränderungen ohne ihr Zutun durchgesetzt werden und wie groß der Vertrauensverlust in das Gremium als solches geworden ist. Manches fußt auf falschen Vorstellungen über Art und Umfang der Entscheidungen des Kuratoriums. Was erneut zeigt, dass wir es noch immer nicht geschafft haben, unser Selbstverständnis als Kuratorium, unsere Aufgaben und unsere Vorstellungen klar zu kommunizieren.

Und was jetzt?

In der Diskussion um Arnnons Ernennung bereiten wir ein Statement vor und Arnnon wird sich auch persönlich einbringen. Vor allem aber müssen wir aus dem Mustopf raus, weg von der Nabelschau hin zu den eigentlichen Fragen rund um freies Wissen. Als Kuratorium müssen wir uns fragen, warum wir uns nur selten in grundsätzliche Diskussionen einbringen, an welcher Stelle unser Input etwas bewirken kann und soll und auch, wie wir gemeinsam mit der Community ein Miteinander schaffen können, in dem wir voneinander profitieren und uns auch über kontroverse Themen zivilisiert austauschen können.

Ich nehme das sehr ernst und es ist weiter mein Ziel, ein Stück dazu beizutragen. Und ich weiß, dass, während ich meine Freizeit in Hangouts, auf Mailinglisten und in Telefonaten verbringe, anderswo weiter Artikel für die Wikipedia geschrieben und verbessert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar überwiegend von Menschen, die sich noch nicht einmal dafür interessieren, ob es ein Kuratorium der Wikimedia Foundation gibt oder nicht.

  14 Responses to “Schweigen”

  1. Many thanks for sharing your thoughts, Alice. Since there has been so little heard from the board on this, I’d like to post this on Meta Wiki and request translation.

    • It’s cc-by-sa, so take it, share it. 🙂 I decided to write in German when I realized that I can’t find a proper English word for „Schweigen“. „Remain silent“ is less concrete in my view and it doesn’t really reflect my feeling.

  2. Understood- I will be cautious in my interpretation of that word especially. Thanks, and for the record here is the page I created: https://meta.wikimedia.org/wiki/Comments_from_trustee_Alice_Wiegand_on_appointment_of_Arnnon_Geshuri

  3. „Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn das Auswahlkomitee das gewusst hätte?“

    Heißt das, dass niemand mal die Namen der Kandidaten gegoogelt hat? Das ist doch mittlerweile schon bei „normalen“ Jobs Standard. Sogar mir als Außenstehendem waren zwar nicht der Name Geshuri, aber diese Absprachen und die Strafzahlungen ein Begriff, das hat doch international Wellen geschlagen. Da müssten bei Personen aus dem Tech-Umfeld doch sofort die Alarmglocken angehen, wenn jemand im fraglichen Zeitraum HR für Google gemacht hat.

    Falls das wirklich niemand überprüft hat, besteht hier deutlicher Verbesserungsbedarf. Es spricht ja auch erstmal nichts dagegen, Personen mit einer solchen Vorgeschichte an Bord zu holen, nur muss man das dann entsprechend pro-aktiv kommunizieren.

  4. Alice, unabhängig von dem aktuellen Fall, glaube ich, dass eines der Probleme beim Schweigen von Gremien ist, dass es nur noch fein abgestimmte Statements von Gremien gibt/geben soll.
    Als James Heilman das Board verlassen musste, habe ich irgendwo gelesen, dass es von Seiten der WMF-Kommunikationsabteilung sinngemäß hieß: „Bloß nichts sagen, es muss erst abgestimmt werden, was offiziell gesagt werden soll“. Und schwupp-di-wupp wird wieder für Tage geschwiegen.
    Das Schweigen kennen wir von WMDE, aber auch Gremien hier in Köln, NRW und überhaupt: Ohne Rückendeckung der Presseabteilung wagt sich niemand mehr nach vorne. Das finde ich sehr schade.

    Warum können von x Gremienmitglieder nicht auch x Statements kommen, die mit Sicherheit differieren? Das wäre offener und ehrlicher.

    Und erinnere mich bitte daran, was ich hier geschrieben habe, wenn ich selber mal schweige…

  5. Vielen Dank für diesen persönlichen Einblick; ich wünschte mir sehr viel mehr davon. Nicht nur, weil es die Schweigespirale durchbricht, sondern weil es tatsächlich etwas über die Personen, die im Board sitzen, erkennen lässt. Und das finde ich sehr gut (unabhängig von irgendwelchen konkreten Fällen, über die ich viel zu wenig weiß, um mich äussern zu können.

    Zwei inhaltliche Punkte auch noch: Du schreibst „Was erneut zeigt, dass wir es noch immer nicht geschafft haben, unser Selbstverständnis als Kuratorium, unsere Aufgaben und unsere Vorstellungen klar zu kommunizieren.“ – das ist *eine* mögliche Erklärung – eine andere ist aber die folgende: Ihr wisst vielleicht selber nicht, was Euer Selbstverständnis und Eure Aufgaben sind. Und dieses Nicht-Wissen prägt nicht nur eure Kommunikation als Gremium, sondern auch eure Wahrnehmung (ohne viel über die interne des WMF-Boards zu wissen, aber es erinnert mich doch etwas an den Zustand der meisten Präsidien von WMDE, die auch nicht wussten, was ihr Selbstverständnis und ihre Aufgaben waren. Daraus folgte eine enorme Frustration der einzelnen Mitglieder, sowie ein fataler Aktivismus. Aber das ist ein anderes Thema).

    Das zweite ist die immer wieder auftauchende Orientierung an „der Community“, die entweder erfürchtig angeführt wird, oder als schrecklicher Gegner oder als amorphe Masse erscheint. Ich würde sagen, dass ihr als Board der Wikimedia Foundation euch nicht zu viele Gedanken über „die Community“ machen solltet. Ihr seit das Board einer Organisation, eure Aufgabe ist es, diese Organisation voranzutreiben und zu positionieren. Eine NGO für Freies Wissen zu entwickeln ist schon schwer genug – dabei sich auch noch direkt oder indirekt von irgendwelchen Stimmungen auf ein paar kleinen Mailinglisten oder Diskussiosseiten abhängig zu machen, wird euch nicht nur nicht helfen, sodren eher schaden.

  6. Mein Rat: erinner dich, wie wir ähnliche Krisen 2010 und 2011 in Deutschland gemeistert haben.
    Davon unabhängig: ich wünsche dir alle Kraft und alles Glück, gestärkt aus dieser Situation hervorzugehen. Ich weiß, dass ihr das schafft!

  7. Hallo Lyzzy, gut von dir zu hören, auch wenn du eher deinen Gefühlszustand und deine persönlichen Fragen beschreibst, als zur Sache. Aber auch das tut gut zu lesen. Meine Gedanken dazu:

    Als ich in ein Gremium des Wikimedia-Universums gewählt wurde, war ich definitiv kein Bestandteil „der Community“ und hatte auch nicht persönlich reflektiert, was es an prädestinierenden Faktoren mit sich bringt, im Kern von einer starken Community abzuhängen, während sich die Kernziele der Organisation in ihrer Gänze nicht mit denen der Basis decken.

    Das Kuratorium hat, ähnlich wie bei WMDE, zwei Aufgaben: Strategie und Kontrolle. Beides scheint im realen Powerplay der Foundation aber auch von anderen Seiten in seinen Grundlagen beeinflusst zu werden. Und weil sich die ganze Angelegenheit Wikiproject im Kontext der Entwicklung des gesamten Internets gerade an einem Scheideweg befindet, wird das Knirschen im Gebälk lauter.

    Die imho berechtigte klare Ablehnung von Herrn Geshuri als Boardmitglied ist ja kein alleinstehendes Ereignis, sondern drückt in ihrer Intensität eine Ablehnung einer echten oder vermuteten Planungslinie der WMF aus. Denn es wird vielen offenbar gerade bewusst, dass die Ausrichtung der WMF an mehr technisch-orientierten Lösungen mittelfristig Auswirkungen auf das reale Arbeiten als Editor in der Wikipedia haben könnte.

    Ich war (und bin) ein Freund der Idee, dass mit Wikidata ein Schwesterprojekt geschaffen wurde, das mittelfristig über die Optimierung von Interwiki-Links und ähnliche erste Schritte hinaus die Chance beinhaltet, Arbeitsprozesse des Editierens effizienter zu gestalten und structurierte Datensätze noch besser einzubinden als es jetzt mit einigen Krücken durch Vorlagen u.ä. bereits rudimentär möglich ist. Auch lese ist in der Projektbeschreibung zum „Knowledge Engine“ einiges, was interessante Grundlagen für weitergehende transparente Entscheidungen bringen kann.

    Ich sehe allerdings auch, dass es in der realen Umsetzung nicht nach einer Richtung aussieht, die man mit „Technik unterstützt den Menschen“ beschreiben könnte, sondern vielmehr nach einer Richtung, die mit „Technik ersetzt den Menschen“ beschrieben werden könnte. Unverbesserliche Techoptimisten aus dem Silicon-Valley-Reich würden jetzt nicken und uns erzählen, wie gut das doch wäre. Und würde man sie lange genug reden lassen, würden sie uns irgendwann erzählen, wie toll das Leben nach der Singularität aussieht.

    Aber die Welt einer Enzyklopädie ist nicht die Welt einer Techbubble an der US-Westküste. Die kalifornische Ideologie der ständigen Optimierung durch Technik trifft auf ihre Grenzen, wenn es um das Ureigenste geht, was die Wikipedia/Wikimedia ausmacht – die Verbreitung von freiem Wissen. Und die Betonung liegt auf Wissen, nicht Information, nicht „structured data“ und auch nicht solch PR-lastigen, aber inhaltlich unzutreffenden Wordings wie „Knowledge Engine“ (dieses Wort allein verrät schon einiges)

    Wissen entsteht beim Menschen, Information liegt in der Maschine. Auch wenn viele Menschen die Wikipedia nur aufrufen, um den Geburtstag von Elvis nachzuschauen, liegt es im Wesen des geschriebenen und als Suchergebnis angezeigten enzyklopädischen Text, dass der Mensch mehr erfahren kann über Elvis, als er im ersten Impuls wollte. Und in dieser Verführung zum Wissen, in diesem, was englisch auch „serendipity“ genannt wird, liegt ein wichtiges Element des Wesen einer Enzyklopädie.

    Ja, es ist richtig, dass die aktuellen Entwicklungstrends im Internet auf eine weitere Ver-App-isierung und Plattformdominanz zeigt, die die Erzeuger von Information(content) zu Lieferanten machen, die am besten mundgerecht („snackable infobites“) liefern, wenn sie Teil des Spiels bleiben wollen.
    Muss Wikimedia/Wikipedia bei diesem Trend, bei diesem aktuell gespielten Spiel mitspielen? Und wenn ja, mit welcher Hinwendung (und möglicher gleichzeitiger Abwendung von anderen Wissensidealen? Wurde diese zentrale Entwicklung offen und breit diskutiert? Sollte DIE Website, die sich bis jetzt fernhielt von einer zu starren Ausrichtung an ihren Lesern, nun völlig dieser hingeben, anstatt sich auf die hundertausenden Menschen zu konzentrieren, die die Website dorthingebracht haben, wo sie jetzt ist und die auch morgen noch für eine andere Art der vom Menschen ausgehenden Wissensdarbietung stehen wird?

    Es gibt nicht einen schicksalhaften Weg nach vorne, sondern es gibt viele Wege nach vorne, die sich aus unterschiedlichen Haltungen zur Frage der web-basierten Wissensvermittlung ergeben. Der Rausschmiss von Heilman, weil er die falschen Fragen stellte. Das Anheuern eines für rigores Handeln befürwortenden Managers aus der US-Techbubble. Die Vorentscheidungen zum strategischen Prozess, die mit Projekten wie „Knowledge Engine“ dem aufmerksamen Beobachter auffallen, hat sich das Board (bzw. die durch das Board beaufsichtigten Entscheider) nicht mit Ruhm bekleckert.

    Es geht um die Glaubwürdigkeit. Wenn die interessierten Kreise der Community zu der Einsicht gelangen, dass ein Einbringen in Strategie-Diskussionen eher einer inszenierten Beschäftigungstherapie gleichen, weil die faktischen Entscheidungen bereits in andere Richtungen zeigen, dann steht das ganze vor einer Zerreißprobe. Wenn WMF glaubt, es könnte ohne die Editoren, weil morgen eh alles von Algorithmen geschrieben werden wird und eine Question/Answer-Machine viel angesagter ist als ein geschriebener Text, dann liegt es imo sehr falsch. Die WMF-Führung ist ein Gewächs der US-Westcoast-Techbubble, die Wikipedia ist das nicht. Wissensvermittlung ist ungleich dem multiplen Auswerfen von Information.

    Elvis wurde am 8. Januar 1935 geboren.

    Hab’s jetzt nicht mehr gekürzt, weil unterwegs. Sorry für die Länge.

  8. danke für dein nicht-schweigen an dieser stelle.

  9. Interessantes Thema, auch ab vom konkreten Anlass. In allen Vorständen/Präsidien, denen ich angehörte, war das irgendwann Thema: Wer äußert sich, wie viel Abstimmung ist notwendig, und wann will man zu einer Angelegenheit überhaupt als Gremium Stellung beziehen? Gerade bei Vorwürfen, die man selbst vielleicht für unwichtig oder unsinnig hält, fürchtet man, ihnen durch ein Statement unnötig Gewicht zu verleihen (á la „Na wenn die Foundation schon beteuern muss, dass sie die Community nicht abschaffen will, kann der Vorwurf ja nicht aus der Luft gegriffen sein.“) Und trotzdem muss man sich immer wieder überwinden, denn unwidersprochene Behauptungen verbreiten sich oft in Windeseile und setzen sich als „Wahrheit“ fest, die auch Jahre später noch hervorgekramt wird.

  10. Hi Alice,
    thank goodness someone has written. I’m writing in English because I am so bitchingly mad at the rest-Board for their cowardness in non-communicating on this issue, I’m afraid it would be completely impossible to read if it was in German.

    I have always respected your work, Alice, and I was shocked to see you voting to remove DocJames from the board and NOT TELLING US WHY. Yes, Wikis are different than Real World ™ entities. There is more transparency, that’s part of the point. I admit to not having followed much of what the Board did, feeling that they were working for securing free knowledge for the world. Removing DocJames while at the same time adding two Valley persons, of which one is Arnnon Geshuri, has led me to believe that the Board doesn’t give a damn about communicating with or respecting the Community.

    I have always wondered why Google was not trying out and out to buy the Wikipedia. I see that this has been much more subtle: they are infiltrating the Board. And the non-Google people are keeping quiet about what is going on. I feel this is a sell-out of the volunteer work that millions of persons in the Community have contributed to the various Wiki-projects.

    I’m with Raymond: I expected to see a statement (or two) from each board member, not silence. This is a personal riff on silence, Alice, but it does not tell us why you voted against DocJames and why you thought adding Geshuri was a great idea. If I’ve missed the statements made by you (as you say, there are so many places to look, I may have missed out) do post the links.

    @Pavel, I realize that you don’t feel you owe the „Community“ any dues, but maybe there’s a reason that the number of (non-secretly-paid) editors is declining. Could this have to do with people not feeling that they are represented by the various boards?

    @Kurt, this is *not* your average board. The expectation of openness is far higher here. If people have been getting away with not communicating in the past, they we as the Community have been too lax.

    I want to know: How much does Google dictate in the way of policy decisions? Or do they „suggest“ with an iron fist in a velvet glove? Is anyone else (other than, I assume, DocJames) on the Board willing to take a stand against them? I don’t believe Google is a champion for free knowledge; they are, as my old professor used to say, IBM: In Business for Money. I feel very strongly that Wikimedia needs to clearly distance itself from Google, and I do think I am not alone on this.

    Looking forward to hearing more from you on this topic!

  11. […] au courant des antécédents d’Arnnon Geshuri. Et une autre membre du conseil, Alice Wiegand, a écrit hier sur son blog (en allemand, cité en anglais là), indiquant son désaccord avec la façon dont […]

  12. Lyzzy,

    vielen herzlichen Dank. Ich finde es mutig von dir, das Schweigen des Boards, dass uns Allen für Wochen in den Köpfen gedröhnt hat, zu thematisieren. Und ich finde es auch anerkennenswert, dass Du diesen Text auf Deutsch geschrieben hast. Die Durchdachtheit in der Formulierung liest man heraus und das ist nicht das einzige Erleichternde an deinem Text.

    Ich habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass die Community jemanden für kleinere Schnitzer in der Kommunikation seltener und weniger hart ans Kreuz nagelt, als für ein Ausbleiben selbiger. Deshalb bitte mehr Mut zu Unverstelltheit und Authentizität. Und gerne etwas weniger formelles Absegnen durch die Rechtsberater, die – qua Amt – natürlichen Gegner von Unverstelltheit und Authentizität.

    Und natürlich wünsche ich dir auch Mut bei der Thematisierung von denjenigen Dingen, die in der Diskussion der letzten Woche unausgesprochen mitschwangen. Etwa die Frage, ob bei einem Mehr an Silicon Valley-Kultur wirklich die Vorteile die Nachteile überwiegen. Oder die Frage, ob die Identität der Wikimedia Foundation als einer reinen Tech-Organisation wirklich hinreichend definiert ist.

    Was das von Pavel angesprochene ehrfurchtsvolle Starren auf Mailinglistenbeiträge angeht, so gebe ich ihm Recht, dass wir als Verantwortliche in Führungs- und Boardpositionen uns allzu oft paralysieren lassen. Im vorliegenden Fall würde ich aber zur Vorsicht mahnen, die berechtigten Sorgen um den aktuellen Zustand der Wikimedia Foundation lediglich als „irgendwelche Stimmungen“ abzutun.

    So, nochmals vielen Dank! Ich freue mich, dass gerade Du das Schweigen brichst. Weil ich deinen Mut immer geschätzt habe. Vielleicht hätte ich dir das schon früher sagen sollen. Na, jetzt weißt Du es ja 🙂

    Herzliche Grüße aus der Ferne,

    Frank

  13. „Und ich weiß, dass […] anderswo weiter Artikel für die Wikipedia geschrieben und verbessert werden.“

    Ich hatte erste Bedenken, meine Zeit zur Verfügung zu stellen, als Mr. Wales die Diskussion über das „Recht auf Vergessenwerden“ geißelte und zum Google-Berater wurde. Die schlimmsten Ahnungen sind von der Wirklichkeit überholt.

    Ich wünsche mir, dass das Wikimedia-Google-Monopol noch gebrochen werden kann.

Kommentar verfassen