Feb 262014
 

Und noch eins, jetzt kommt Teil 3 mit Fragen zum Thema Funds Disemmination Committee (FDC).

Warum ich das mache? Ich möchte für eine weitere Amtszeit des Kuratoriums der Wikimedia Foundation kandidieren und brauche dazu die Unterstützung mindestens einer Wikimedia-Organisation. Das Präsidium von Wikimedia Deutschland bat mich zur Vorbereitung seiner Entscheidung um die Beantwortung von Fragen aus unterschiedlichen Themenkomplexen.

Der FDC-Prozess

Wie wird der FDC-Prozess optimiert, dass es zukünftig zu einer besseren Einbindung der Chapter kommt?

Das Funds Dissemination Committee berät über die eingereichten Jahrespläne von (vorwiegend) regionalen Organisationen und erarbeitet Empfehlungen für das Kuratorium. Als der FDC-Prozess 2012 ins Leben gerufen wurde, war bereits sehr klar, dass er a) sich in einer Testphase bewähren muss und dass er b) mit dem Reiz des Neuen auch eine gewisse Wagnis verbunden ist. Niemand wusste, ob das überhaupt funktioniert, wieviel Aufwand damit verbunden ist und ob die unerprobten Prozesse sich in der Realität bewähren. Um das zu verfolgen, ist der Prozess von Beginn an von einer Beratungsgruppe begleitet worden, und die Entwicklung wird regelmäßig überprüft und dokumentiert. In den Jahresbericht 2012-2013 sind entsprechend viele Informationen unterschiedlicher Gruppen eingeflossen. Für die Weiterentwicklung des FDC ist 2014 das ausschlaggebende Jahr. Voraussichtlich im Mai wird die Beratungsgruppe einen wesentlichen Teil ihrer Aufgabe angehen, nämlich Verbesserungen und Änderungen vorzuschlagen und diese mit der Geschäftsführung der Wikimedia Foundation zu diskutieren. Das Kuratorium hat dann im weiteren Verlauf darüber zu entscheiden, ob der FDC-Prozess weitergeführt wird wie bisher oder ob er verändert oder gar abgeschafft wird.

Ich gehe davon aus, dass es Veränderungen geben wird, gerade von Wikimedia Deutschland gab es ja bereits fundierte Kritik, die wie ich vermute auch von der Beratungsgruppe aufgegriffen wird. In welcher Form das passiert, kann heute noch nicht gesagt werden. Es liegt eine große Verantwortung bei der Beratungsgruppe, deren Kompetenz und Erfahrung aber gute Voraussetzungen dafür sind, Kritikpunkte zu analysieren und Verbesserungen vorzuschlagen. Eine ebenso große Verantwortung liegt bei der WMF, dieses Input in die Entscheidung einfließen zu lassen.

In diesem Zusammenhang ist auch mein Votum gegen eine Kappung des Gesamtbudgets des FDC zu verstehen. Ich halte nichts davon Lösungen zu implementieren, bevor nicht klar ist, was genau das Problem ist und ob es durch die Maßnahme überhaupt behoben werden kann. Und selbst als Signal eignet sich die Entscheidung nicht, denn Wachstum ist meiner Meinung nach nicht per se schlecht, es sollte allerdings gut begründet sein. Dennoch kann ich die Entscheidung des Kuratoriums gut mittragen, denn zum einen ist sie zeitlich beschränkt, zum anderen ist auch das ein möglicher Teil der Evaluation.

Siehst Du den FDC-Ansatz als gescheitert an?

Ich sehe den FDC-Prozess vor allem als Prozess in Progress. Was wir heute sehen ist Version 1.0.x. Bislang gab es kleinere Anpassungen, aber größtenteils entspricht der Prozess noch dem Rahmen der 2012 entwickelt wurde. Und ich bin froh, dass das so ist und zunächst ein ausreichend großer Erfahrungszeitraum geschaffen wurde, der nun evaluiert wird. Aus dieser Evaluation werden voraussichtlich Veränderungen erwachsen, vielleicht eine Version 2.0. Und das finde ich gut. Ein Prozess, der in der letzten Runde im Herbst 2013 an 11 regionale Wikimedia Organisationen insgesamt 4.432.000 $ vergibt, kann ich nicht als gescheitert ansehen. Insbesondere nicht, da diese Mittel mit der Überzeugung vergeben wurden,  dass sie sinnvoll für die Projekte und die Community verwendet werden, um Freies Wissen zu fördern und weiter zu verbreiten. Würden sie nicht so verwendet, das wäre Scheitern.

 

  3 Responses to “Auf dem Weg zur erneuten Kandidatur – Antworten zum FDC-Prozess”

  1. […] Dritter Teil der Antworten im Beitrag “Auf dem Weg zur erneuten Kandidatur – Antworten zum FDC-Prozess“ […]

  2. Hinter „Insgesamt stehen“ scheint irgendetwas zu fehlen.

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